Rosen II

Heute Abend:

100_0400
Samen in feuchter Erde
wird geboren zart und grün
wächst hin zum Licht
das ihn ernährt

Leuchtende Blüte
ist Dank an die Welt
ernährt die Biene
und unsere Herzen

Braune Blätter
fallen herab
vollendet werden
zu feuchter Erde

© Matthias H

Zur Vergänglichkeit schrieb Zentao einen lesenswerten Artikel, in dem er sich auf Sogyal Rinpoche, einen tibetischen buddhistischen Lehrer bezieht. Sogyal Rinpoche widmet in seinem Buch “Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben” der Vergänglichkeit das zweite Kapitel.

Wir haben mit dem intellektuellen Verständnis dieses Themas ja meist kein Problem. Im letzten Absatz geht Rinpoche genau darauf ein:

[...] Das einzige, was wir wirklich haben, ist das Hier und Jetzt.
Wenn ich über Vergänglichkeit lehre, kommt hin und wieder jemand zu mir und sagt: “Das ist doch nichts Neues! Das ist doch alles selbstverständlich! Das war mir immer schon klar.” Dann entgegne ich: “Haben Sie die Wahrheit der Vergänglichkeit tatsächlich verstanden und verwirklicht? Haben Sie sie tatsächlich so in jeden Ihrer Gedanken, Atemzüge und Bewegungen integriert, daß sich Ihr Leben geändert hat? Stellen Sie sich selbst zwei Fragen: Erinnere ich mich in jedem Augenblick, daß ich sterben werde, so wie jeder andere und alles andere auch, und behandle ich aus dieser Erkenntnis heraus alle Lebewesen jederzeit mit Mitgefühl? Ist mein Verständnis von Tod und Vergänglichkeit so akut und dringlich geworden, daß ich jede Sekunde dem Streben nach Erleuchtung widme? Erst wenn Sie beide Fragen mit “Ja” beantworten können, haben Sie Vergänglichkeit wirklich verstanden.

In diesem Sinne allen Wesen einen achtsamen und freudvollen Tag.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Buddhismus, Gedichte

5 Antworten zu Rosen II

  1. Elfe

    Hallo Matthias
    Auch die Natur ist eine grosse Lehrerin.
    Lieben Gruss
    Elfe

  2. Matthias H

    Hallo Elfe,

    ja, das ist sie. Wenn man/wir bloß öfter auf sie hören würden!

    Liebe Grüße
    Matthias

  3. Ja diese Vergänglichkeit, ohne sie wäre Leben gar nicht möglich.
    Liebe Grüsse zentao

  4. Matthias

    Das ist richtig. Und trotzdem fällt es uns – zumindest mir – oft schwer, dies wirklich zu verstehen und anzunehmen. Stattdessen klammern wir uns an alles mögliche, das Beständigkeit verspricht. Wie sagte Ayya Khema: “Erkennen, nicht tadeln, ändern.” Also immer wieder aufs versuchen, sich in den Fluß des Lebens fallen zu lassen…

    Liebe Grüße
    Matthias

    PS: War das in Ordnung, daß ich Dich über den letzten Avaaz-Aufruf informiert habe?

  5. Das ist immer in Ordnung
    und nochmals danke dass Du meinen Blog erwähnt hast
    Liebe Grüsse zentao

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